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Präventiv und professionell dabei - Kinder und Jugendliche im Karneval begleiten

Pressemitteilung Der Kreisverwaltung

Pressemitteilung von Dienstag, 14. Februar 2012 Rhein-Sieg-Kreis (dk) – Die „tollen Tage“ im Karneval werden immer wieder exzessiv ausgelebt, und für viele Kinder und Jugendliche ist Karneval gleichbedeutend mit einem Freiraum für den ersten Vollrausch. Dass es möglichst nicht dazu kommt, dazu sind alle Beteiligten aufgerufen. Denn wenn Menschenmassen feiern und Alkohol im Spiel ist, dann ist es mit der Vernunft vorbei. Daher gilt es besonders an den tollen Tagen, sich zu kümmern, und zwar präventiv und professionell.

Das Kreisjugendamt hat das Kindeswohl ganzjährig im Auge. Doch in der Karnevalszeit gibt es besondere Dinge zu beachten, so zum Beispiel das Thema „Alkohol und Jugendschutz“.

Für die Abgabe von Alkohol – und hier ist nicht nur der Verkauf gemeint, sondern auch zum Beispiel das Verteilen in Karnevalszügen - an Kinder und Jugendliche gibt es klare Richtlinien: Bier, Wein und Sekt sind ab 16 Jahren erlaubt, Schnaps und andere „harte“ Spirituosen ab 18 Jahren. Bei den so genannten Alcopops kommt es auf die Zusammensetzung an, in der Regel sind auch sie erst ab 18 Jahren gestattet.

Auch Eltern sollten sich an die bestehenden gesetzlichen Regeln halten. Als Erziehungsberechtigte sollten sie darüber hinaus über den Aufenthaltsort ihrer Kinder informiert und per Handy selbst notfalls erreichbar sein. Bei Problemen werden Polizei und Rettungskräfte versuchen, die Erziehungsberechtigten zu kontaktieren. Und selbst, wenn es vielleicht manchmal in Feierlaune schwer fällt: Auch an Karneval sollten Eltern Vorbilder sein, denn der allzu sorglose Umgang mit Alkohol wird vor allem in der Familie erlernt.

Zuständig für die Kontrolle der Verkaufsstellen sind die Ordnungskräfte, die von den Ordnungsämtern der Städte und Gemeinden entsandt werden. Während die großen Supermärkte in der Regel die Regelungen und Abläufe des Jugendschutzes kennen und beachten, gibt es immer wieder insbesondere bei kleineren „Büdchen“ und bei Kiosken Unregelmäßigkeiten.

Kinder und Jugendliche treffen sich insbesondere an Weiberfastnacht auf den zentralen Plätzen der Städte und Gemeinden im Rhein-Sieg-Kreis. Auf breit gefächerte Initiative (so auch des Kreisjugendamtes) hin ist es seit circa elf Jahren so geregelt, dass diese nichtorganisierten Parties professionell begleitet werden. Dazu gehören der Einsatz von Sicherheits- und Rettungskräften, aber auch flankierende Maßnahmen gegen Aggressionen und Alkoholmissbrauch.

Die Jugendarbeit mischt sich aktiv ein und ist auch an diesen Tagen präsent. So hat zum Beispiel in Eitorf das Jugendcafé an Weiberfastnacht geöffnet (11.00 Uhr – 16.00 Uhr). Hier haben Jugendliche die Möglichkeit, das bewährte Angebot zu nutzen und sich eine zeitlang zu entspannen. Am Rosenmontag steht im Posthof in der Zeit von 13.00 Uhr – 22.00 Uhr die „Gut-Drauf-Tanke“. Parallel zum Festumzug und zur großen Party auf dem Marktplatz gibt es dort im Rahmen der mobilen Jugendarbeit alkoholfreie Getränke, Brötchen, Spiel- Freizeit- und Gesprächsangebote.
In Windeck findet an Weiberfastnacht im 1a-Jugendtreff eine „Jecken-Disco“ für Jugendliche im Alter von 11 bis 14 Jahren statt. Beginn ist um 13:00 Uhr, Ende um 18:00 Uhr. Während des Karnevalsumzugs in Windeck-Dattenfeld wird die „Streetbox“, das mobile Angebot für Jugendliche in Windeck, am Karnevalsdienstag stehen.

„Kampftrinken scheint trotz vielseitiger Aufklärung immer noch ein beliebter Sport bei Jugendlichen zu sein“, sorgt sich Uli Gilles vom Kreisjugendamt. „Häufige Unfälle und teilweise schwerste Vergiftungen sind nur zwei der möglichen fatalen Folgen, die übermäßiger Alkoholkonsum nach sich ziehen kann. Hier helfen nur permanente Aufklärung, Information und Alternativangebote. Deshalb appelliere ich vor allem an die Vernunft unserer Jugendlichen. Feiern kann man auch ohne Alkohol. Das macht mehr Spaß, als die Folgen übermäßigen Alkoholkonsums zu tragen“.

Trotz aller beschworener Vernunft kann es aber immer wieder zu Zwischenfällen kommen. Dafür hat der Rhein-Sieg-Kreis als Träger des Rettungsdienstes die Hilfsorganisationen aus Katastrophenschutz und Rettungsdienst auf den Plan gerufen. Insgesamt rund 250 Rettungskräfte sind vor allem in den Epizentren des tollen Treibens im Einsatz. Sie agieren dort erfahren und routiniert, um das Schlimmste zu verhindern und Schaden zu begrenzen.


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